Deutsch-Norwegisches Studienzentrum (DNSZ)

Interview mit einem Sänger am Kieler Opernhaus

Wir führten ein Interview am Dienstag, den 27.07. mit Herrn K., einem Sänger am Opernhaus Kiel. Wir trafen uns mit ihm im Opernhaus in Kiel und stellten ihm mehrere Fragen. Wir sind die beide sehr interessiert an klassischer Musik und an Opern, deshalb war dies ein spannendes Interview für uns. In diesem Aufsatz werden wir etwas mehr über seine Familie, Karriere und wie das Leben für ihn in Deutschland ist erzählen, denn der Sänger ist gebürtiger Ukrainer.

Familie:
Herr K. stammt ursprünglich aus der Ukraine. Er zog nach vor zwölf Jahren nach Deutschland aufgrund der besseren Arbeitsangebote. Er kommt aus einer sehr musikalischen Familie, schon als Sechsjähriger besuchte er regelmäßig einen Kinderchor und nahm daran mit Begeisterung teil. Seine Frau ist eine sehr ehrgeizige Pianistin. Beide lernten sich kennen über ihre Arbeit im Theater. Zusammen haben Sie zwei Töchter, die ebenfalls sehr musikalisch sind. Die älteste Tochter ist 12 Jahre alt und tanzt Ballett,  außerdem spielt sie sehr gut Violine. Die sechsjährige Tochter spielt ein bisschen Piano.
Herr K. verbringt viel Zeit mit seinen Kindern. Seine Frau und er haben flexible Arbeitszeiten, sodass die Familie Privatleben und Job gut unter einen Hut bekommt.

Karriere:
Da er aus einer musikalischen Familie stammt, ging sein Berufswunsch ebenfalls in diese Richtung. Wenn man ein Opernsänger ist benutzt man nicht nur seine Stimme, sondern man ist genauso ein Schauspieler auf der Bühne. Er hat immer viel Sport gemacht und im Moment trainiert er dreimal die Woche. Seine Gesangsausbildung hat er in Kiew gemacht und als er dann  nach Deutschland kam wollte er weiter studieren, aber durch sein Talent hat er nicht weiter studieren müssen. Am Opernhaus in Kiel ist er bereits seit 10 Jahren angestellt. Er singt Bass-Bariton.Er hat bereits in vielen Opern mitgewirkt. Zum Beispiel „Die verkaufte Braut“ die erst vor kurzem im Opernhaus Kiel aufgeführt wurde.  Um sich auf eine seiner Rollen vorzubereiten, braucht es viel Zeit, an manchen Tagen hat er sogar vier Proben am Tag. Normalerweise dauert es bis zu zehn Wochen um sich auf ein Stück vorzubereiten. Die Dauer der Vorbereitungszeit hängt aber immer vom Regisseur ab. Wenn ein Regisseur schon viel Erfahrung hat und auch sehr talentiert ist, dauert es nicht so lange. Sehr oft kommt es sogar vor, dass sich Herr K. auf mehrere Opern zur gleichen Zeit vorbereiten muss.
Es gibt viele Opern die ihm sehr gut gefallen aufgrund seiner Herkunft. Er hat zwei Lieblingsstücke: Schwanensee und der Nussknacker. Er hört sehr verschiedene Musikrichtungen, an Klassischer Musik mag er am Liebsten Tschaikowsky und Verdi.
Wenn er auf die Bühne muss und kurz vor einem Auftritt steht, dann ist er, so sagte er uns sehr aufgeregt. Wenn man das nicht ist, so ist man nicht normal, nach seiner Aussage. Momentan arbeitet er mit der Oper ’’Torandot’’ und es freut sich gern, wieder mit dem Regisseur zu arbeiten. Er singt auch auf viele verschiedene Sprachen, am meistens auf Italienisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Deswegen muss er sich immer wieder üben, die neuen  Sprachen  auswendig zu lernen, wenn die Opern nicht auf deutsch oder russisch geschrieben sind. Oft muss er während seines Urlaubs, weil es mit den Opern keine festen Arbeitzeiten gibt. Aus diesem Grund fühlt er oft sehr müde, wegen dem anspruchsvollen Arbeitsaufwand, aber es kämpft trotz dem immer weiter. Seine Arbeitsethik produziert viel Erfolg für ihn, aber seine Leistungen kommen leider mit einem Preis, weil er oft sein Privatleben hingeben muss.

Seine Beziehung zu Deutschland:
Herr K. ist sehr glücklich hier in Deutschland, obwohl er die Ukraine sehr vermisst. Trotzdem will er hier in Deutschland bleiben, auch wenn er sich nicht als Deutscher fühlt. Sein Herz gehört der ukrainischen Kultur, aber für ihn ist es besser hier zu arbeiten und zu leben. Die Arbeitsbedingungen sind in Deutschland einfach besser. Wenn er in der Ukraine Erfolg haben will, so muss er zuerst in Deutschland bekannt sein. Nur dann wird er in seiner Heimat auch als Opernsänger vollständig akzeptiert.
Einmal im Jahr besucht er seine ukrainische Familie in seiner Heimat.

Es war ein sehr schöner Tag für uns alle. Herr K. hat uns das Opernhaus ganz genau erklärt und eine kostenlose Führung mit uns gemacht. Wir sahen die Bühne, die Requisite und die Räume in denen sich die Schauspieler für die Auftritte fertig machen.
Wir waren sehr aufgeregt vor dem Treffen und sehr gespannt mehr über das Leben eines richtigen Opernsängers zu erfahren.
Die Atmosphäre war von Anfang an sehr entspannt und der Opernsänger war sehr freundlich und offen. Als erstes bat er uns gleich zur Begrüßung das Du an, was wir sehr sympathisch fanden. Wir setzten uns in eine kleine Kantine im Erdgeschoss des Opernhauses.
An diesem Tag haben wir viel erfahren über das Leben eines Opernsängers, wie er Familie und Job gut vereint, wie die Arbeit abläuft und wie sein Alltag aussieht.
Besonders interessant empfanden wir die Führung durch das Opernhaus und dabei ganz besonders den Übungsraum der Balletttänzer. Er war eben auch so freundlich uns einzuladen, eine seiner Opern oder Ballet umsonst zu besuchen. Es ist eigentlich schade, dass wir nicht mehr Zeit haben, ihn in seinem Angebot zu nehmen.

Insgesamt hat uns dieser Tag sehr viel Spaß gemacht.


Yanina & Cecilie